Leseprobe aus dem Buch "Fürsten der Finsternis"

JOHN MICHAEL „OZZY“ OSBOURNE, geboren am 3. Dezember 1948, TERENCE MICHAEL JOSEPH „GEEZER“ BUTLER, geboren am 17. Juli 1949, ANTHONY FRANK „TONY“ IOMMI, geboren am 19. Februar 1948, und WILLIAM „BILL“ WARD, geboren am 5. Mai 1948, fanden sich Ende der sechziger Jahre in Birmingham zusammen, um gemeinsam Musik zu machen und ihren frustrierenden Jobs zu entkommen.

Vor allem OZZY war froh, keine Schweinehälften mehr schleppen zu müssen. Endlich bot sich ihm die Gelegenheit, in einer richtigen Band zu singen. Mit Hard Rock hatte der Sound dieser Gruppe, die mit Stil-, Namens- und Besetzungswechseln zu kämpfen hatten, allerdings noch nicht viel zu tun. Ab 1968 machte die Truppe immer wieder auf sich aufmerksam und schaffte es mit Ideenreichtum, Engagement und Witz, als Ersatz für ausgefallene Konzerte bekannterer Bands einzuspringen. Es gelang ihnen sogar, für einen Gig die in jener Zeit bereits sehr populären JETHRO TULL zu ersetzen.

Mit der Zeit entwickelte sich ein eigener und eigenwilliger Stil, der schwere, massive Klänge mit düsteren Texten verband, die zum großen Teil von GEEZER stammten. Als 1970 das Debütalbum von BLACK SABBATH erschien, traf es haargenau den Nerv der britischen Jugendlichen, die – vielfach arbeitslos – mit Hilfe dieser brutalen, neuartigen Musik ihre angestauten Aggressionen abbauen konnten, ohne tatsächlich in kriminelle Gefilde abzurutschen.

Die zweite LP – ebenfalls 1970 veröffentlicht – brachte mit dem weltweiten Single-Hit `Paranoid`, der bis heute neben `Smoke On The Water` von DEEP PURPLE als DIE Hymne der Hard Rock/Heavy Metal-Gemeinde gilt, den unerwartet schnellen Durchbruch.

OZZY tourte mit der Band um den Erdball, hastete bis Mitte der siebziger Jahre von Erfolg zu Erfolg und glaubte, die damit verbundenen Torturen nur mit Hilfe immensen Drogenkonsums durchhalten zu können. Entsprechend gering war sein Interesse an den Soundexperimenten von TONY und GEEZER. Er ging lieber mit BILL einen draufmachen. So wurde ihm nicht bewußt, daß `Sabbath Bloody Sabbath` (1973) eine echte Innovation im damaligen Rockgewerbe darstellte. Mittlerweile schwört auch er auf diese Scheibe und findet, daß sie bis heute modern und kein bißchen angestaubt wirkt.

Damals jedoch vermehrten sich die Spannungen, und der Shouter kündigte des öfteren seinen Ausstieg an. Vor der Produktion von `Never Say Die` war es wirklich soweit, doch einmal kehrte der Sänger noch zurück.