Fürsten der Finsternis

Inhaltsverzeichnis

 

Vorwort   5

 

Die Fürsten der Finsternis   7

 

FÜRST JOHN   9

 

Wegweiser für „Audiologen“   17

 

Die Longplayer, Teil 1: OZZY mit BLACK SABBATH   24

 

Still Alive   30

 

BLACK SABBATH: Olle Kamellen in neuem Gewand   40

 

OZZY OSBOURNE auf dem Pfad zur Tugend   42

 

Eklat um TONY IOMMIs neue Soloscheibe?   44

 

Die Longplayer, Teil 2: OZZY OSBOURNE   45

 

OZZY OSBOURNE: der Madman wird Fünfzig – und lebt   50

 

OZZY-Fans konzentrieren sich auf Hannover   54

 

OZZY OSBOURNE. Berlin, Neue Welt   58

 

Talent und Ekstase: OZZY OSBOURNE   60

 

OZZY OSBOURNE landet mit eigenem Kometen   64

 

OZZY ganz heiß: Da springt sogar der Sprinkler an   66

 

The BLACK SABBATH Story   70

 

Die glorreichen Dreizehn   71

 

BLACK SABBATH 1999 – kein Club der abgewrackten Männer   73

 

Nur die Sonderzüge fehlen   79

 

 

FÜRST VINCENT   89

 

Horror, Blödsinn, Entertainment – live on stage   97

 

Rockstars   100

 

ALICE im Interview   109

 

ALICE COOPER – Arbeitstherapie für den Ehemann   117

 

Die Longplayer: ALICE COOPER   121

ALICE in der Neuzeit   130

 

ALICE COOPER auf dem Bang Your Head!!! 2004   142

 

Herkunft der abgedruckten Artikel /   143

 

Danksagung / Diskographien im Netz   144

 

 

Vorwort

 

Dank der von Konservativen attackierten Jugendsendung „Beat Club“ begegneten deutsche Rockfreaks schon 1970 dem Namen BLACK SABBATH. Durch diese Band produzierte Klänge waren einfach anders, selbst wenn es sich um die Interpretation eines Rock ‘n‘ Roll-Standards wie `Blue Suede Shoes` handelte. In weiteren Sendungen aus Bremen waren `Black Sabbath`, `Iron Man` und `Paranoid` zu erleben.

Dieser Titel erhielt in Deutschland eine besondere Ehre. Er kam in der Folge 31 der Kriminalserie „Der Kommissar“ mit Erik Ode zum Einsatz. Die Episode hieß „Ende eines Tanzvergnügens“ und wurde am 26. Februar 1971 erstmalig ausgestrahlt. Zu dieser Zeit hatte `Paranoid` bereits die deutschen Hitparaden gestürmt, die auf den Auswertungen der Zeitschrift „Musikmarkt“ und den Erhebungen von „Media Control“ basierten. `Paranoid` erreichte Platz 1 und blieb insgesamt 19 Wochen in den Charts. Im Mutterland der vier düsteren Burschen aus Birmingham reichte es „nur“ zu Rang 4. In den USA kam man nicht über die Position 61 hinaus.

Doch in der Folge wurden beziehungsweise blieben BLACK SABBATH weltweit gefragte Exponenten der bis dahin härtesten Rockmusik. Im Januar 1979 stieg OZZY OSBOURNE endgültig aus, seine alten Kameraden machten erfolgreich mit RONNIE JAMES DIO weiter. OZZY gründete BLIZZARD OF OZZ und avancierte in den USA trotz – oder wegen – seiner Eskapaden bald zum Superstar.

Seine Frau und Managerin SHARON nutzte geschickt alle Möglichkeiten, um OZZY optimale Chancen bieten zu können, sei es im Studio oder auf der Bühne. Daß dabei auch das Familienvermögen beträchtlich anwuchs, tut (fast) nichts zur Sache.

Heute ist OZZY, nicht zuletzt durch die MTV-Serie „The Osbournes“, bekannter denn je. Obwohl seine Funktion in dieser Sendereihe eine ganz andere ist, konnte er sich den Ruf des ehemaligen Prinzen der Dunkelheit (Titel einer Maxi-Single: `Prince Of Darkness`, 1984) erhalten. Und in der Tat: Wenn OZZY auf die Bühne kommt, scheint ihn plötzlich eine ungeheure Energie zu durchströmen, das Alltägliche von ihm abzufallen. Da steht er, der sein Reich (die Bühne) selbst regierende Fürst der Finsternis und scheint nie besser in Form gewesen zu sein. Als Höhepunkt der Ozzfest-Tournee 2004 treten sogar wieder BLACK SABBATH in der Originalbesetzung auf: Der Kreis hat sich geschlossen.

 

 

Auch ALICE COOPER verzeichnete relativ früh in seiner Karriere einen Monster-Hit : `School‘s Out`. Im Juli 1972 rauschte der Song mit der B-Seite `Gutter Cat` durch bis auf die Pole Position der britischen Charts. In den USA reichte es immerhin zu Platz 7.

ALICE hatte den Erfolg der 1971 auf Nummer 21 (US) gelandeten Single `I‘m Eighteen` gut genutzt. Zu jener Zeit glaubten seine Mitspieler noch, ALICE COOPER sei der Bandname. 1974 belehrte er GLEN BUXTON, MICHAEL BRUCE, DENNIS DUNAWAY und NEAL SMITH eines besseren, indem er sie hinauswarf und sich andere Musiker suchte: Der Frontmann nahm endgültig die Identität seiner selbst geschaffenen Kunstfigur an. Zwar hatte er nun die Zügel allein in der Hand, mußte aber weiter mit den Hochs und Tiefs des Musikgeschäfts leben, die ihm 1973 für die LP `Billion Dollar Babies` erste Plätze sowohl in den USA als auch in deren Mutterland bescherten, ihn aber 1982 für `Zipper Catches Skin` völlig leer ausgehen ließen.

ALICE hatte sich als düstere Persönlichkeit des Rock etabliert. So nahm es nicht wunder, daß er entsprechende Kurzauftritte bei verschiedenen Filmen, auch Horrorstreifen, angeboten bekam. Unter anderem trat er 1987 in dem Film `Prince Of Darkness` auf. Der gleichnamige Song findet sich auf dem Album `Raise Your Fist And Yell`, ebenfalls 1987. Im Juli 1989 landete ALICE mit der Single `Poison`/`Trash` erneut einen Top Ten-Erfolg (GB 2, US 7) und befand sich bis Mitte der neunziger Jahre wieder im Aufwind.

Die kreative „Pause“ zwischen den Studioalben `The Last Temptation` (1994) und `Brutal Planet` (2000) tat ihm offenbar gut. Mit seinem, ein wenig modifizierten, klassischen Konzept tourte ALICE COOPER äußerst erfolgreich durch die Welt und landete mit `Brutal Planet` sogar wieder in einer Hitliste (GB 38). Auch dieser Prinz ist mittlerweile erwachsen geworden, mithin ein Fürst.

OZZY und ALICE repräsentieren ein bestimmtes Lebensgefühl, das beiden auch zu mehreren (nicht nur gesundheitlichen) Abstürzen verhalf. Ihre Gemeinsamkeiten beschränken sich nicht auf gelegentliche gemeinsame Aktivitäten, wie OZZYs backing vocals bei `Hey Stoopid` auf dem gleichnamigen ALICE COOPER-Album. Sie stehen für Unterhaltung, die mitunter nachdenklich werden läßt.

Das vorliegende Werk ist nicht als Biographie konzipiert, wenngleich biographische Daten erwähnt werden. Es handelt sich um ein Buch, das schlaglichtartig einige Aspekte des künstlerischen Lebens zweier partiell Seelenverwandter aufzeigt und einige ungewöhnliche Einblicke ermöglicht.